Was ist der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung?

Wenn ein Produkt, das Sie neu gekauft haben, schon beim Kauf kaputt ist oder bereits nach kurzer Zeit nicht mehr funktioniert, haben Sie in der Regel die Möglichkeit, Ihr Produkt reparieren zu lassen oder das gleiche Produkt noch einmal zu bekommen.

Man unterscheidet dabei zwischen zwei verschiedenen Rechten, die Ihnen dies ermöglichen: Gewährleistung (diese schreibt das Gesetz vor) und Garantie (diese kann vom Hersteller oder Händler freiwillig gewährt werden).


Gewährleistung

Wenn Sie privat ein Produkt bei einem gewerblichen Händler neu gekauft haben, haben Sie immer Gewährleistung. Das ist gesetzlich so vorgesehen. Denn der Verkäufer ist verpflichtet, die Ware in dem Zustand an Sie zu übergeben, die Sie mit ihm vereinbahrt haben. Das heißt in der Regel, dass das Produkt gebrauchstauglich sein muss – das Auto muss fahren, die Waschmaschine waschen, die Lampe leuchten, der MP3-Player spielen. Ist dies nicht der Fall, hat das Produkt einen sogenannten „Mangel“ und Sie können sich auf Ihr Gewährleistungsrecht berufen. Dazu müssen Sie sich an denjenigen wenden, bei dem Sie das Produkt gekauft haben. Der Verkäufer kann sich dann aussuchen, ob er das Produkt komplett gegen ein neues tauschen oder ob er das Produkt reparieren will. Wenn das allerdings mehrfach nicht klappt (das Auto fährt trotz mehrfacher Reparatur immer noch nicht), dürfen Sie einen Rabatt auf den Kaufpreis verlangen oder das Produkt ganz zurückgeben und den Kaufpreis zurückverlangen. Gegebenenfalls können Sie außerdem Schadenersatz fordern, wenn Sie beispielsweise einen Mietwagen leihen mussten, da das neu gekaufte Auto nicht funktioniert hat.


Beachten Sie aber bitte: Der Schaden muss schon vorhanden gewesen sein, als der Verkäufer die Ware an Sie übergeben hat, denn nur dann muss der Verkäufer dafür haften! Wenn Sie den Fehler erst später entdecken, ist das kein Problem. Wichtig ist nur, dass die Ursache des Schadens bei Übergabe bereits vorhanden war. Und auch Material- oder Verarbeitungsfehler, die erst später zu Problemen führen, sind Mängel. Wenn Ihnen der Schaden also erst nach der Übergabe aufgefallen ist, müssen Sie herausfinden, was die Ursache für den Schaden ist und wann diese entstanden ist. Oft kann dies nur durch einen Gutachter festgestellt werden.


Allerdings: Wenn Sie den Mangel noch innerhalb der ersten sechs Monate nach Übergabe der gekauften Sache entdecken und dem Verkäufer melden, können Sie sich den Gutachter sparen. Denn innerhalb der ersten sechs Monate muss der Verkäufers herausfinden und beweisen, wann der Fehler entstanden ist.


Das Recht zur Gewährleistung steht Ihnen jedoch nicht unbegrenzt zu. Bei Neuwaren haben Sie von der Übergabe des Produktes an zwei Jahre Zeit, Mängel zu finden und dem Verkäufer zu melden. Bei gebrauchten Gegenständen kann diese Zeitspanne auf ein Jahr verkürzt werden. Dies muss aber vertraglich oder z.B. durch Allgemeine Geschäftsbedingungen vereinbart werden. Und nur falls Sie nicht von einem gewerblichen, sondern von einem privaten Verkäufer kaufen, kann die Gewährleistung auch vollständig ausgeschlossen werden.

Garantie

Der Hersteller oder Händler kann Ihnen zusätzlich noch eine Garantie auf Ihr Produkt geben. Damit haftet er für die Funktion oder Haltbarkeit des Produkts während eines bestimmten Zeitraumes nach Kauf. Dies geschieht allerdings freiwillig. Er kann selbst bestimmen, ob er für die Funktionsfähigkeit des ganzen Produkts (z.B. des kompletten Autos) oder nur für einzelne Teile (z.B. des Motors) Garantie gibt. Auch wie lange der Hersteller für Ihr Produkt Garantie gibt, darf er selbst festlegen.


Fazit

Die Gewährleistung ist Ihr gesetzlich festgelegtes Recht für den Fall, dass das Produkt zum Zeitpunkt der Übergabe bereits einen Mängel hat. Zusätzlich zur Gewährleistung kann Ihnen der Hersteller oder Händler freiwillig eine Garantie zusagen. Im Gegensatz zur Gewährleistung ist es bei der Garantie nicht so wichtig, wann der Schaden genau aufgetreten ist, solange die Garantiefrist noch nicht abgelaufen ist. Wenn Sie für Ihr Produkt neben der Garantie auch noch Gewährleistung haben, können Sie auswählen, was für Sie besser ist. Da Ihnen beide Rechte aber nur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zustehen, heben Sie am besten alle wichtigen Kassenzettel, Rechnungen, Lieferscheine und – falls vorhanden – Garantiescheine auf. So können Sie beweisen, wann Sie ein Produkt gekauft haben und dass Ihnen Gewährleistung und/oder Garantie zustehen.


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