Testament – handschriftlich oder notariell?

Wenn Sie Ihr Testament schreiben wollen, sollten Sie nicht nur über dessen Inhalt nachdenken (wer soll nach meinem Tod was bekommen?), sondern auch über die Form. Hierbei können Sie zwischen einem sog. „handschriftlichen Testament“ oder einem „notariellen Testament“ wählen.

Handschriftliches Testament


Ein handschriftliches Testament kann jeder Erwachsene allein zu Hause verfassen. Damit dieses Testament wirksam ist, müssen Sie unbedingt auf einige formelle Dinge achten:

· Wichtig ist, dass das gesamte Testament von Ihnen persönlich mit der Hand geschrieben wird.

· In dem Testament müssen Ort und Datum angegeben sein.

· Zum Schluss müssen Sie es persönlich unterschreiben.

Wenn Sie über den Inhalt Ihres Testaments nachdenken, ist zunächst wichtig, dass Ihre Anordnungen mit den gesetzlichen Bestimmungen vereinbar sind. Schreiben Sie in Ihrem Testament außerdem so genau wie möglich, wen Sie womit bedenken möchten. Denn wenn Ihr Testament unklar formuliert ist, versucht das Nachlassgericht nach Ihrem Tod herauszufinden, was Sie gemeint haben. Das Ergebnis ist dann vielleicht nicht so, wie Sie sich das gewünscht haben. Im schlimmsten Fall wird Ihr Testament sogar für völlig ungültig erklärt und Ihr Hab und Gut wird nach den Regeln der *gesetzliche Erbfolge* (Link zu anderem Text!) verteilt.

Alle diese Schwierigkeiten und Risiken können Sie jedoch ganz einfach mit einem notariellen Testament umgehen.

Notarielles Testament


Ein notarielles Testament verfassen Sie gemeinsam mit einem Notar, der Sie dabei ausführlich berät. Er sorgt dafür, dass Ihr Testament unmissverständlich und fehlerfrei geschrieben ist. Er kann Ihnen auch helfen, Ihr Testament finanziell (insbesondere steuerlich) möglichst vorteilhaft zu gestalten. Außerdem kann der Notar bezeugen, dass Sie im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte waren, als Sie Ihr Testament verfasst haben. Es kann dann später niemand mehr behaupten, dass Ihr Testament ungültig sei, weil Sie schon zu alt und verwirrt gewesen wären, um zu verstehen, was Sie geschrieben haben. Weitere Vorteile sind, dass ein notarielles Testament nicht vergessen werden, verloren gehen oder gar gefälscht werden kann.

Kosten

Natürlich kostet ein notarielles Testament Geld. Die Notargebühr richtet sich dabei nach der Höhe Ihres Vermögens. Im Gegensatz dazu ist ein handschriftliches Testament für Sie erst einmal kostenfrei. Bei einem handschriftlichen Testament müssen Ihre Erben nach Ihrem Tod aber häufig einen Erbschein beantragen. Dessen Preis richtet sich nach der Höhe der Erbschaft. Letztlich kosten handschriftliche und notarielle Testamente somit meist gleich viel. Zusätzlich sollte man bedenken, dass die Ausstellung eines Erbscheins einige Zeit dauert, mit einem notariellen Testament sind Ihre Erben also schneller handlungsfähig.

Fazit

Nur wer ein rechtsgültiges Testament verfasst, kann sich sicher sein, dass sein letzter Wille vollständig beachtet wird. Es empfiehlt sich daher, ein notarielles Testament zu verfassen – es ist in der Regel nicht teurer als ein handschriftliches Testament, bietet aber erheblich mehr Sicherheit.